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NWOTHM (New Wave Of True Heavy Metal) & Konsorten

Dieses Thema im Forum "Stonerrock, Doom, Metal" wurde erstellt von LassenSieMichDurch, 6. Dezember 2016.

  1. LassenSieMichDurch

    LassenSieMichDurch Alter Hase

    Als Ableger des NWOBHM-Threads soll es in diesem Thread vor allem um jüngere Bands gehen, die übrigens auch nicht zwingend aus England stammen müssen (dennoch häufig dort beheimatet sind), aber sich an dieser goldenen Ära des Heavy Metals musikalisch orientieren und auf sie berufen, um daraus etwas eigenes entstehen zu lassen.

    Bands, welche die Flamme der NWOBHM im Herzen haben und weitertragen an die nächste Generation.

    Es gab in den letzten Jahren, zunächst nahezu unbemerkt, eine faszinierende Entwicklung im Untergrund, welche weltweit (außer in England bspw. auch in Deutschland, Kanada, Griechenland usw.) einige hervorragende und meist sehr eigenständige Gruppen hervorbrachte, die den damaligen Geist verinnerlicht haben.

    Und zwar, ohne dabei ihn uninspiriertes Retro Rock-Gerödel der Sorte "Wir lassen uns jetzt alle ´nen Bart wachsen und gucken mal in Papas Plattenschrank" zu verfallen.

    Hier ist der Platz, um diese Hoffnungsträger und legitimen NWOBHM-Erben vorzustellen. Damit es kein Durcheinander mit den "echten" NWOBHM-Bands im anderen Thread gibt, wurde dieser separate Thread zum Thema eingerichtet.
     
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  2. LassenSieMichDurch

    LassenSieMichDurch Alter Hase

    Ich stelle mal einen meiner Favoriten vor: Wytch Hazel, die seit 2012 existieren. Im selben Jahr erschien auch die erste EP "The Truth" und in diesem Jahr nun folgte endlich der erste echte Longplayer namens "Prelude". Was lange währt, wird endlich gut - die Scheibe ist fantastisch !

    Der Sound der Band kommt very british daher und mixt NWOBHM-Elemente (hier und dort erinnert es auch dezent an Iron Maiden) mit folkigen Einflüssen, was ein unverwechselbares Klangbild generiert.

     
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  3. Pavlos

    Pavlos Mitglied

    Hoppla, genau meine Spielwiese, darf ich mitspielen?!

    :)

    Und gleich mal zwei höchst superbe Bands vorgestellt, so muss das sein!!
     
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  4. LassenSieMichDurch

    LassenSieMichDurch Alter Hase

    Aber immer doch !!!! Ich bitte darum. :)
     
  5. LassenSieMichDurch

    LassenSieMichDurch Alter Hase

    Eine weitere großartige Band, die auch unbedingt näher vorgestellt werden muß, sind die seit 2007 existenten Cauchemar aus Montreal, Kanada.

    Das besondere an dieser großartigen Truppe ist der französischsprachige Gesang der wunderbaren Annick Giroux,
    welche die ohnehin markante Musik von Cauchemar endgültig zu etwas ganz besonderem werden läßt.

    Die erste EP "La Vierge Noire" erschien 2010. Es folgten zwei Fulltime-Alben mit "Tenebrario" (2013) und unlängst "Chapelle Ardente".

    Musikalisch bieten die stets sehr engagiert agierenden Cauchemar zumeist einen eher düsteren, mystisch daherkommenden Mix aus doomigen, schleppenden Elementen, 70er Hardrock und mehr oder weniger ausgeprägten NWOBHM-Einflüssen, aber auch ruhigeren Passagen.

    Insgesamt ist der Sound etwas kauzig angelegt und entfaltet somit oft erst nach längerer Zeit seine volle Wirkung,
    zündet also nicht unbedingt sofort bei der ersten Konfrontation.

    Unbedingt empfehlenswert.





     
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  6. Gast 1

    Gast 1 Guest

    aber logisch!
     
  7. LassenSieMichDurch

    LassenSieMichDurch Alter Hase

    Eine ganz vielfältige Form von Einflüssen besitzen Seven Sisters, die aus London stammen und seit 2013 bestehen.

    Sicherlich ist die NWOBHM einer der wesentlichen Hauptorientierungspunkte für die Band, aber genauso werden klassischer US-Metal der Marke Warlord oder auch Elemente von AOR bis hin zu melodiösem Speed Metal als Referenzen im Klangbild der Band verarbeitet und zu einem großen Ganzen verwoben.

    Die Musik der Seven Sisters ist immer melodisch, manchmal schnell, manchmal langsamer, meistens eingängig, bisweilen aber auch etwas sperriger angelegt. Im Prinzip klassischer Metal, der angenehm altmodisch, aber nie altbacken oder verstaubt klingt, sondern vielmehr völlig zeitlos ist, aber eben dadurch auch ohne aufgesetzte Extreme auskommt.

    Die Band steht zu ihren Einflüssen, schreibt auf dieser Basis aber dennoch überraschend eigenständige Songs, denen man auch die Spielfreude anhört.

    Seven Sisters brachten 2014 zunächst ein Demo heraus, im Jahre 2015 folgte nach guter alter Sitte die Single "Lost in time" und in diesem Jahr der erste, selbstbetitelte Longplayer, welcher für mich neben "Prelude" von Wytch Hazel zu DEN Alben des Jahres 2016 zählt.





     
    Zuletzt bearbeitet: 6. Dezember 2016
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  8. LassenSieMichDurch

    LassenSieMichDurch Alter Hase

    Dark Forest wären für mich neben Seven Sisters und Wytch Hazel der nächste Anwärter für den Thron der geilsten Alben, die 2016 veröffentlicht worden sind. Ihr aktuelles Album "Beyond the veil" ist ein absolutes Sahnestück, welches hier seit einigen Wochen mit wachsender Begeisterung goutiert wird.

    Die Band hat ihrer eigenen Musik die besten Ingredienzen zukommen lassen, die denkbar sind: Knackige Riffs (die manchmal im typischen Galoppel-Stil der frühen Iron Maiden daherkommen) und typisch "britische" Melodielinien, die nicht auf vordergründiger, oberflächlicher Eingängigkeit aufbauen, sondern sich mit subtiler Eigenwilligkeit den Weg über die Ohren ins Hirn fräsen, um sich dann dort irgendwann mit kleinen Widerhaken festzukrallen. Dazu strahlt die Musik eine große Wärme aus, etwas, was ich grundsätzlich immer zu schätzen weiß.

    Die Musik von Dark Forest erfordert schon eine gewisse Bereitschaft und Muße zur Auseinandersetzung - zum schnellen, flüchtigen Nebenbeikonsum ist das vielschichtige Klangbild der Band nicht geeignet und auch zu viel schade. "Beyond the veil" ist ein Album, welches es definitiv verdient, dass sich ihm mit voller Aufmerksamkeit gewidmet wird. Dafür belohnt es den Zuhörer aber auch reichhaltig.

    Ein hinreißendes Album (mit obendrein wunderschönem Artwork) mit Tiefenwirkung. Sehr britischer und völlig zeitloser Heavy Metal mit viel Dynamik, originellen Ideen und auch mal dezenten US-Metal- oder Folkeinflüssen, die aber flüssig in den Gesamtsound integriert werden.

    "Beyond the veil" ist übrigens längst nicht das erste vollständige Album der Band, aber das bisher beste, welches alle Stärken konzentriert und fokussiert bündelt.

    Davor erschienen aber bereits die Longplayer "The Awakening" (2014), "Dawn of infinity" (2011) sowie "Dark Forest" (2009); außerdem die EPs "Defencer" (2009), "Phantoms of the sea" (2007) und "Fear dearg" (ebenfalls 2007).

    Die Band hat bereits einen interessanten Weg hinter sich und mit "Beyond the veil" den ersten wirklichen Höhepunkt geschaffen, der insbesondere auf den eh schon gelungenen "The Awakening"-Vorgänger tatsächlich noch einen draufzusetzen vermag.



     
    Zuletzt bearbeitet: 7. Dezember 2016
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  9. LassenSieMichDurch

    LassenSieMichDurch Alter Hase

    Unter den nachgewachsenen "echten", also unverfälschten Heavy Metal-Bands sind auch White Wizzard eine klare Empfehlung wert. White Wizzard stammen allerdings aus den USA, aus Los Angeles im sonnigen Kalifornien um genauer zu sein.

    Die Band wurde 2007 gegründet und brachte bereits 2008 ihre erste, selbstbetitelte EP heraus. Mit "High Speed GTO" folgte 2009 die nächste EP und 2010 mit "Over the top" endlich die langersehnte erste LP.

    Ebenfalls 2010 wurde eine limitierte 7"-Single ("Shooting Star") herausgegeben, danach folgte eine turbulente Phase verschiedentlicher Umbesetzungen, ehe 2011 mit "Flying Tigers" der nächste Langspieler in den Regalen stand.

    Das bislang letzte vollständige Album - "The Devil´s Cut - erschien 2013. Im Vorfeld dieses Albums hatte es erneute Besetzungswechsel gegeben.

    Klassischer Heavy Metal irgendwo zwischen den groben Koordinaten Judas Priest, Iron Maiden und einer Prise King Diamond, ohne allzuviel Schnickschnack, aber engagiert und mit Leidenschaft gespielt, ist die Domäne von White Wizzard und in diesem Bereich sind sie absolut kompetent unterwegs.

    Wobei die Band schon bisweilen auch mit Hooklines arbeitet, die sich manchmal erst nach öfterem Hören voll erschließen, was einer langen Halbwertszeit aber nur nützlich ist.





     
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  10. LassenSieMichDurch

    LassenSieMichDurch Alter Hase

    Als ich die Schweden von Ambush zum ersten mal hörte, dachte ich völlig verblüfft, Judas Priest hätten zu alter Stärke zurückgefunden und endlich wieder ein Album in der Qualität von "Screaming for Vengeance" oder "Defenders of the faith" vorgelegt, nachdem in den letzten 20 Jahren das einst lodernde Feuer der Priester ja eher zu einer schwachen Glut mutiert ist.

    Der Gesang, die ungestüme Power, die Riffs und vor allem DIESE HOOKLINES - es ist, als hätte man eine Zeitmaschine zurück in die goldenen 80er bestiegen und Priest stünden immer noch auf der Höhe ihrer Schaffenskraft. Es ist wieder 1984. Beeindruckend.

    Dabei wurden Ambush erst 2013 gegründet, haben den klassischen Heavy Metal aber offenbar mit der Muttermilch aufgesogen.

    Nach einem Demo kam 2014 mit "Natural Born Killers" eine erste Single, im gleichen Jahr folgte bereits das schon sehr gelungene Langspieldebüt "Firestorm", welches 2015 von "Desecrator" noch übertroffen wurde.

    Da muß man sich um die Zukunft des Heavy Metals eigentlich keine Sorgen mehr machen.





     
  11. LassenSieMichDurch

    LassenSieMichDurch Alter Hase

    Es geht weiter mit Eternal Champion (auch hier läßt sich anhand des Bandnamens Michael Moorcock als Einfluß erkennen) aus Austin / Texas.

    2016 war ein wirklich gutes Jahr für den klassischen, traditionellen Heavy Metal und hat einige herausragende Releases mit sich gebracht, von denen ich bereits einige erwähnt bzw. vorgestellt habe und die deutlich machen, dass das Genre auch heutzutage abseits von peinlichen Combos mit Kinderliedrefrains (Sabaton; Freedom Call etc.) einiges besseres, ernstzunehmenderes zu bieten hat und vor allem eine gesunde (Nachwuchs-)Basis besitzt, um positiv gestimmt in die Zukunft blicken zu können.

    Ein weiteres Bespiel dafür sind die besagten Texaner von Eternal Champion, die in diesem Jahr mit "The Armor of Ire" ebenfalls einen Longplayer nach Maß vorgelegt haben, der kompositorisch wie spieltechnisch absolut erstklassig ausgefallen ist und auf jeden Fall hier genannt werden muß.

    Musikalisch kann man das ganze schon ziemlich deutlich im US-Metal-Bereich verortet sehen, denn der Sound der Band gemahnt des Öfteren unverkennbar an die großen Epic-Meister wie Manilla Road, Cirith Ungol, Warlord - ohne diese aber einfach nur stumpf zu kopieren - und enthält dazu einen gesunden Schuß NWOBHM.

    Nach einem Demo 2013 erschien 2015 die Single "Retaliation", bevor die Band mit "The Armor of Ire" ihr Langspiel-Debüt aus der Hüfte schoß, welches wirklich auf ganzer Linie zu begeistern weiß.

    SO wird das gemacht !

     
    Zuletzt bearbeitet: 7. Dezember 2016
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  12. LassenSieMichDurch

    LassenSieMichDurch Alter Hase

    Welche Berechtigung hätte dieser Thread ohne die Erwähnung der göttlichen, 2005 gegründeten Traditionsmetaller Atlantean Kodex aus Bayern ???

    Die Band um den Gitarristen Dr.Manuel Trummer, hauptberuflich Kulturwissenschaftler und Dozent an der Uni Regensburg, nebenberuflich freier Autor beim Deaf Forever-Magazin, hat sich einem atmosphärischen, manchmal doomigen Epic Metal verschrieben, dessen vielfältige Einflüsse von alten Manowar über Manilla Road und Iced Earth bis hin zu Bathory oder Candlemass reichen und bei Atlantean Kodex quasi in einem einheitlichen Ganzen kulminieren. Dabei wird sich gerne komplexerer Arrangements und ausufernderer Songlängen bedient.

    In den Jahren 2008 und 2009 gab es zunächst mit "A prophet in the forest" und "The Pnakotic Vinyls" zwei EPs,
    ehe mit "The golden bough" 2010 die erste-LP erschien. Das zweite und bislang letzte Album "The white goddess" erschien 2013.

    Die Band genießt seit frühesten Underground-Tagen einen exzellenten Ruf und das völlig zu Recht !



     
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  13. Pavlos

    Pavlos Mitglied

    Ich habe es hier ja an anderer Stelle schon mal erwähnt, The White Goddess ist das beste deutsche Metalalbum seit langer, langer Zeit.

    Epic Metal mit dermaßen viel Tiefgang und Hooks, ohne dabei käsig zu wirken - das musst du erstmal so hinbekommen.

    Ich neige mein Haupt.....
     
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