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Heft 07/08-2018

Dieses Thema im Forum "eclipsed - Das Magazin" wurde erstellt von eclipsed, 26. Juni 2018.

  1. Marifloyd

    Marifloyd Inventar

    Dann hör mal was der Konny zu sagen hat...

     
    Zuletzt bearbeitet: 7. Juli 2018
  2. Foxy`s Roadie

    Foxy`s Roadie Mitglied

    Das ist natürlich richtig, dass es früher auch nur kleine Gruppen waren, die so lebten, sonst wäre daraus ja wirklich was geworden. So steht es ja auch in der aktuellen Eclipsed in Bezug auf die damalige Zeit: "Die Masse schweigt und gafft." Ich habe ja auch gesagt, dass ich es aufgrund der späten Geburt nicht wirklich wissen kann. Und auch heute gibt es natürlich noch Nonkonformisten, aber das findet, jedenfalls hier im hohen Norden, wo ich herkomme und immer noch lebe, nur noch in gaanz kleinen Nischen statt. Oder man hat es mit Hardcore-Feministinnen bzw. -Veganern zu tun und darauf habe ich dann auch keinen Bock.
     
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  3. toni

    toni Aktives Mitglied

    Hat was

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  4. micha108

    micha108 Aktives Mitglied

    Womöglich gehöre ich (mittlerweile) zu der Masse, die schweigt, zumindest findet Austausch mehr im privaten statt. Als 1960-geborener bin ich eher geprägt vom "Deutschen Herbst" - eher eine Folge von den 68ern. Rückblickend war das für mich ein Wendepunkt, der auch in der Kunst zum Ausdruck kam. Das Verspielte veränderte sich immer mehr in eine Art Bedrohung. Der Geist hatte Flügel bekommen und es gab einen unbegrenzten Reichtum an (unkonventionellen) Ideen und Neuentdeckungen in vielen Bereichen, vieles durchaus grenzüberschreitend. Das macht für mich den Charme dieser Zeit aus. Für mich stellvertretend z.B. die ersten Genesis-Alben (Trespass, Nyrsery Chryme, Foxtrot), die so viktorianischen-Geschichten-Charme haben, Close to the Edge mit etwas fast "himmlischen". Und in Deutschland Grobschnitt (auf der Illegal Live kann man den (Irr-)Witz der Jungs richtig nachvollziehen). Es hatte etwas frei nach Wilhelm Busch´s "Was beliebt ist auch erlaubt". Auf Rockpommel´s Land konnte Ernie noch genussvoll eine Bockwurst essen - ohne dass Makro-Bioten (quasi die Ur-Veganer) empört waren :rolleyes:. Trotz damals langer Haare habe ich als Hippie nix getaugt - zu sehr möchte ich (schnelle) Zweiräder und "Easy Rider". In der Schule waren u.a. "1984", "Schöne Neue Welt" und "Farm der Tiere" Metaphern, die (ideologie-)kritisches Denken anregen sollten.

    Der "Deutsche Herbst" hat mich dann doch sehr verstört, es war für mich nicht nachvollziehbar, das gut (aus)gebildete Leute in der RAF völlig kaltschnäuzig Leute abgeknallt haben. Musikalisch die Stimmung haben "Cabaret Voltaire - Live at YMCA" erfasst ..... um es kürzer zu machen, in den Anfangs-80ern konnte jeden Tag eine Atombombe auf den Kopf fallen, Mitte der 80er kam dann das Reaktor-Unglück von Tschernobyl dazu.

    Im Studium (80er) gab es dann erkennbar zwei Strömungen: die einen, die politisch agi(ti)eren wollten und einen Schwung, die das Neue Wassermann-Zeitalter wollten und das Human-Growth-Potential, Selbsterfahrung und Therapie voran stellten. Es wurde mit neuen Lebensformen experimentiert - z.B. die "Bauhütte" die von Otto Mühl´s AAO inspiriert waren und besonders die damals rotgewandeten Sanyassins von Bhagwan. Neben den Frauen-Gruppen kamen die ersten Männergruppen ... tendenziell gab es mehr eine Bewegung nach "innen herein". Es gab plötzlich HIV und die sexuelle Befreiung war nicht mehr frei. Es wurde wieder restriktiver...

    Interessant für mich war, wie meine Frau die 80er (in den 70ern geboren) erlebte: als Russin im Teenager-Alter ging es da los. Man schaffte sich mehr Freiräume mit Musik. Die Verbreitung (über Casetten) lief im Untergrund, Konzerte wurden akustisch in Wohnzimmern abgehalten. Als Inspiration der "Väter" wie z.B. "Aquarium" waren schon die "Beatles" usw., jedoch künstlerisch - man wollte wie im Westen 10 Jahre vorher den Geist und das Denken erweitern. Und das wirklich unter gefährlichen Bedingungen - also staatliche Verfolgung. Einige ihrer damaligen Freunde gingen wegen langer Haare in den Knast. Es brodelte, um ein kleines Stück Freigeist und Individualität zu erlangen, Musiker wie Viktor Coi drückten aus textlich und metaphorisch aus, was bewegte. Kostya Kinchev und Alisa brachten härtere Rockmusik. Und Gorbatchov brachte die Perestroika und Glasnost - und (mehr) Freiheit. Wenn man sich mit Russen unterhält sind es u.a. zuvor genannten, die Veränderungen einleiteten und nicht - wie oft hier behauptet - die westlichen Musiker, die dann Ende der 80er in der Sowjet-Union auftreten durften (Joel, Springsteen usw.). Interessant finde ich, dass man gegen die aufstand, die im Westen z.T. als Ikonen abgefeiert wurden: die Lenins, Pol Pots, Maos, Guevarras, Stalin sowieso ...

    Pack ich noch meinen Sohn dazu (geb.1993). Der studiert freie Kunst und ist schon sehr neugierig und will viel wissen. Musikalisch haben wir einen regen Austausch und über ihn und seine Kumpels werde ich auch auf dem neuesten gehalten und hab dort auch viel entdecken können. Zu dritt hatten wir schon viele interessante Gespräche, meist über Kunst und auch über meine Jugendzeit. Für ihn ist der Freigeist der 60er und 70er eine Inspiration eben für Freiheit. Seiner Erfahrung in der Uni ist eher davon geprägt, dass es weniger um kritisches Denken und Freigeist geht, denn um "Labeling" und Stigmatisierungen - in der Kunst! Weniger Erfahrungen machen, als Standards erfüllen. Und ja - auf der vermeintlich "guten und richtigen" Seite stehen müssen ...

    Nun ... ich kenne ein Menge Leute, die nonkonformistisch sind, aber ins "private" abgetaucht sind und viele der damaligen Ideen für sich als Lebensentwurf umsetzen. Abgesehen von Biker-Freunden, wo es kleidungsmäßig offensichtlicher ist ;).

    Ach ja, für die "jüngeren" - es gibt so ein paar nette Filme, die den damaligen Zeitgeist zeigen: "Velvet Goldmine" über die Glam-Zeit Anfangs der 70er, "Sommer in Orange" - Kommune und Therapie/Meditationzentrum auf dem Land, auf Netflix die Dokumentation "Wild wild Country" über das Projekt "Rajneeshpooram" ... ich denke es gibt Altersgenossen hier, die auch viel Erfahrungen haben... und auch da kann man sehen, dass früher nicht alles besser war. Die Bedingungen waren andere, so war man immer versucht den Bedingungen entsprechend das Beste zu tun .... :D

    Das waren mal ein paar gedanken zu dem 1968er Artikel in der eclipsed und bin mir bewusst, dass dies ausschliesslich subjektives Erleben/Erfahrung ist.:)
     
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  5. Marifloyd

    Marifloyd Inventar

    Hi @micha108, Deine ausführlichen Gedanken waren für mich wirklich schön zu lesen. Einiges habe ich da auch in meinem Leben wiedererkannt. Bin 1958 geboren und in den 70zigern begann ich mich politisch zu engagieren. Auch mich bewegte der "Deutsche Herbst" sehr. Hinzu kam die Friedens- und Anti AKW-Bewegung. Der Freundeskreis in dem ich mich bewegte war komplett politisch aktiv. Ich selbst entstamme aus einer bürgerlichen Familie. Mein Vater war auch politisch sehr aktiv. Allerdings eher links-konservativ ausgerichtet. Bei uns Zuhause gab jeden Tag reichlich politische Auseinandersetzungen. Auch während des Studiums engagierte ich mich im ASTA. An unserem Fachbereich ging es politisch hoch her. Einen RCDS gab es nicht. Es gab nur die Juso HSG, den SHB, den MSB Spartakus und die undogmatische Linke. Hinzu kam noch das Autonome Frauenreferat. In diesen Tagen haben wir uns fein politisch miteinander und mit den gesellschaftspolitischen Gegebenheiten auseinandergesetzt. Wir nahmen uns unglaublich wichtig. Dennoch glaube ich, dass die Gesamtheit der politisch Aktiven die "große Politik" in Bewegung hielt und zum Umdenken in einigen Bereichen anhielt. Als Beispiel nenne ich mal den § 218 StGB. Diese Zeiten haben mir in meiner Persönlichkeitsentwicklung aber prima geholfen.
    Ich habe in alternativen Zeitungen "mitgearbeitet". All das hat uns auch viel Spaß gebracht. Heute begleite ich das politische Treiben passiv, aber immer noch sehr interessiert und ich kann es nicht verstehen, dass sich so wenig Menschen für den Erhalt der Demokratie, des Friedens und der Umwelt einsetzen. Die, die heute so laut schreien, hat es vor 85 Jahren auch schon in Deutschland gegeben. Das sehe ich mit großer Sorge und freue mich über jeden jungen Menschen, der sich für die Demokratie einsetzt. Da ist es mir sogar recht, wenn es junge Leute in die "Junge Union" ziehen sollte. Hauptsache, die tun etwas und zeigen Flagge gegen die ewig gestrigen. Sehe ich mich mit meinen Augen als 18jähriger, so würde ich den "Maryfloyd" mit seinen fast 60 Jahren als alten Spießer bezeichnen. Und ich würde dem jungen Kerl entgegenhalten: "Stimmt, aber meine Kräfte und Energien reichen nicht mehr. Ja und auch ich habe mich ins Private zurückgezogen.


    Dem schließe ich mich an.
     
    Zuletzt bearbeitet: 7. Juli 2018
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  6. micha108

    micha108 Aktives Mitglied

    Ich sehe, wir haben durchaus eine ähnliche Sozialisation :). Mein Denken war sehr geprägt von Ursache und Wirkung - von daher war ich oft zu kritisch, um mich einer politischen Gruppierung zuzuordnen. Nachdem ich "Illuminatus" und andere Schriften von R.A. Wilson gelesen hatte, hat mich mehr das interessiert, was man "Potential des Geistes" nennt o_O. Meine Diplom-Arbeit habe ich über alternative Lebensgemeinschaften unter besonderer Berücksichtigung sexueller und materieller Repression durch alternativen Dogmen geschrieben. :rolleyes:

    Und in dem Punkt, dass sich weniger junge Menschen für den Erhalt von Demokratie, Frieden und Umwelt einsetzen, stimme ich Dir zu. Und würde das noch um den Punkt/Wert Freiheit erweitern. Mich erschreckt es zuweilen, wie wenig Wissen um die Grundlagen vorhanden ist. Weiterführend der Umgang mit Sprache. Und bei den "ewrig Gestrigen" gilt für ich sowohl das linke hin zum rechten Spektrum.

    Und so esse ich immer noch Bockwurst, rauche (unvernünftigerweise) immer noch :p und trinke am Wochende auch ab und zu schon nachmittags Bier.:D ... und wundere mich, dass ich bei all den Entdeckungen schädlicher Stoffe immer noch bester Gesundheit bin ...
     
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  7. Marifloyd

    Marifloyd Inventar

    Weiter so! Toi,toi, toi! :p:cool::p

    Mein Thema der Diplomarbeit lautete: "Präventionsmöglichkeiten der Sozialarbeit und der Polizei gegenüber kriminellen Jugendlichen unter besonderer Berücksichtigung der Bandendelinquenz". Klingt auch unglaublich wichtig. Naja, ist es ja auch. ;):rolleyes:
     
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  8. micha108

    micha108 Aktives Mitglied

    Klasse, ich hab zwei Jahre Projektarbeit im Jugendknast gemacht (auch im Rahmen des Studiums) :cool:
     
  9. Okzitane

    Okzitane Aktives Mitglied

    @micha108 und @Marifloyd
    Vielen Dank für die sehr interessanten Einblicke in eure Erinnerungen an 68, bzw. deren Folgen. :)
    Für mich als 69 geborener, und dazu noch im Osten, sind solche Berichte und Erfahrungen wesentlich interessanter als die von selbsternannten Überlebenden dieser Zeit wie Joschka Fischer und Konsorten, denen der Opportunismus mittlerweile zu den Ohren rausfließt.
     
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  10. Okzitane

    Okzitane Aktives Mitglied

    Mal noch eine Anmerkung zum Heft....
    Ich denke ihr habt Urlaub bitter nötig. Die Rezension von BLACK RAINBOWS (Julia Vetter) hattet ihr schon in Ausgabe 198 (Carsten Agthe) & MICKE BJORKLOF (Bernd Sievers) hattet ihr in der 200 (Alan Tepper) schon besprochen. Besonders interessant sind dann die durchaus unterschiedliche Betrachtungsweise der Alben. :D:p
    Irgendwie niedlich....

    SCHÖNEN URLAUB AN ALLE AUTOREN! :cool::D
     
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  11. Jan

    Jan Aktives Mitglied

    erst jetzt habe ich es geschafft die Ausgabe abzufrühstücken. Tolle Artikel auch dieses Mal. Ganz besonders gefallen hat mir die Story über The Night Flight Orchestra... Diese doch etwas abgefahrene (oder gerade doch nicht) Super-Group! Kannte ich bis Dato nicht.... sehr sehr gut :) Mit Interesse habe ich die Sonderbeilage gelesen. Nachdem meine Schwiegereltern da richtig Gas gegeben haben, muss ich dahigehend zumindest literarisch noch einiges nachholen.

    Auch den kleinen Akkustik-Gitarren Ratgeber finde ich recht nett. Platte des Monats - na ja - Aber bei den restlichen Rezis bin ich wieder einmal bei einigen Acts aufmerksam geworden und checke die gerade an (Motorowl, Burntfield, Khorada, etc...)

    @Mike : bei der Automata II Rezi gebe ich Dir absolut recht. Um Längen besser als Part I
    Alleine wegen dieser CD Ausplitterei würde ich aber auch nicht mehr als 8 Punkte vergeben. Part II in der Tat sehr Eclipsed tauglich ist; aber die Growls schrecken wahrscheinlich doch wieder zu viele ab.

    Wünsche dem Eclipsed Team einen wohlverdienten Urlaub!!!
     
    Zuletzt bearbeitet: 17. Juli 2018
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  12. Catabolic

    Catabolic Aktives Mitglied

    Da schliesse ich mich natürlich an :)
     
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  13. Marifloyd

    Marifloyd Inventar

    "Wünsche dem Eclipsed Team einen wohlverdienten Urlaub!!!"

    Wünsche ich Euch auch!:cool:
     
  14. Foxy`s Roadie

    Foxy`s Roadie Mitglied

    Und ich natürlich auch. :)
     
  15. WeepingElf

    WeepingElf Aktives Mitglied

    Ich auch! Einen schönen Urlaub dem Eclipsed-Team!
     
  16. Mike

    Mike Moderator Mitarbeiter

    Danke, Leute! Hab schon ein paar schöne Rennrad-Touren durchs Emsland gemacht!!
     
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  17. Music is Live

    Music is Live Aktives Mitglied

    cool.... noch so ein "Irrer" im Urlaub radlen zum entspannen (ausser die Beine) .....
    hoffe du hattest ordentliche Musik auf den Ohren.... ;) (selbstverständlich verkehrstauglich)

    ich nehme diese dann immer besonders intensiv wahr..... vor allem, wenn mir dann doch mal die Puste ausgeht, lenkt diese von diesen Umstand so herrlich ab.....

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    (komisch, irgendwie erinnert mich der Typ an --> Dave Grohl) (0der doch an Mike, welche vergass vorher zum Friseur zu gehen.... :rolleyes:)
     
  18. Mike

    Mike Moderator Mitarbeiter

    Nein, beim Radfahren höre ich keine Musik, ist zu riskant bei 40 km/h... ;-)
    Beim Laufen aber meistens schon...
     
  19. Music is Live

    Music is Live Aktives Mitglied

    drum ja verkehrstauglich..... :rolleyes:
    wenn ich im Urlaub bin suche ich mir gerne autoarme Strecken aus..... im optimalfall reine Natur, weil Naturschutz (dewegen mag die die Gegend um die Müritz so gerne)..... da geht es auch bei 40 Km/h (respekt!!)..... die ich allerdings mit meinem TrekkingBike seltener erreiche..... aber gute 30 sind schon drin.....
    ich habe mir extra Stöpsel geholt, die umliegende Geräsche gut durchlassen..... es sei die doofen E-Autos/ -Roller kommen an.... doch die hört man so auch kaum....

    bleib gesund und achtsam..... ein guter Radler wird nur aufgrund der Fehler ander umgefahren..... (leider dies Jahr in Berlin schon sehr viele Tote, wobei hier allerdings auch Radfahranarchie herrscht, wenn ich an einer roten Ampel stehen bleibe werde ich manchmal von anderen Radlern beleidigt.... tzzzz)
     
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  20. Foxy`s Roadie

    Foxy`s Roadie Mitglied

    Das geht in Kiel auch schon los. Am schlimmsten sind diese Pizzafahrer.
     

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